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13.11.2019

9:00 bis 15:30 Uhr

Freizeitheim Vahrenwald

Die Veranstaltung wird gefördert durch:

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Gemeinsam für Gerechtigkeit 2.0

Das Internet ist nicht gut oder schlecht, sondern das was wir daraus machen!

Jeden Tag verbinden sich engagierte Menschen und Organisationen, die für positiven Wandel stehen, über Social Media. Leider generieren aber oftmals die Diskussionen und Akteure, die negative Emotionen auslösen, mehr Interaktion und Reichweite. Eine Konsequenz daraus ist, dass belegbare Fakten immer häufiger nicht als Realität anerkannt werden, sondern einem „Realitätsgefühl“ weichen, das auf unserem individuellen Medienkonsum basiert.

Mit der Ausrichtung des Aktionstages möchten wir einen Beitrag dazu leisten, das Bewusstsein an den schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen in der Stadt und Region zu diesen Entwicklungen zu steigern. Wir möchten den teilnehmenden Schüler/innen Handlungsmuster, Inhalte und Werkzeuge vorstellen, die einen aufgeklärten und konstruktiven Umgang an der Schule mit diesen Themen ermöglichen.

Gegen Hass und Ignoranz! Für politischen und gesellschaftlichen Aktivismus! Gegen Diskriminierung und Vorurteile! Für Toleranz und Respekt!

 

Workshop Angebote

Die Teilnehmenden können aus sechs verschiedenen Workshops wählen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Themen Hass im Netz, Cybermobbing, Social-Media Kampagnen, Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche im Netz, Zivilcourage, Fake-News und Meinungsmache
beschäftigen. Die Workshops haben eine Laufzeit von 90 Minuten. Es gibt zwei Workshop-Phasen, so dass alle Teilnehmenden sich für jeweils zwei Workshops anmelden können.

Die Podiumsdiskussion bildet den Abschluss der Veranstaltung, soll gegen 15.00 Uhr enden und ist offen für alle interessierten Personen. Bürger/innen, Eltern, Pädagog/innen und Schüler/innen. Die meisten Diskutant/innen werden für Fragen im Anschluss noch zur Verfügung stehen.

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Referent: Heiko Idensen

Themenfeld: Hass im Netz; Schwerpunkt – Digitale Werkzeuge für den Umgang mit Desinformation und Hass-Kommentaren

Wenn du schon mal Hass-Kommentare im Netz gelesen hast, auf die du reagieren wolltest, aber nicht sicher warst, wie du am besten machen kannst, dann bist du hier richtig. Baue in Twine ein „Textadventure“, um in der Zukunft, auf solche Situationen, besser vorbereitet zu sein.

Im Anschluss wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie Desinformation funktioniert. Dafür werden wir ein Online-Spiel nutzen, in dem du in die Rolle des Bösen schlüpfst. Lass deine moralischen Einwände fallen und werde Verbreiter von Desinformation. Halte die beiden Zähler im Blick, die deine Followerzahl und deine Glaubwürdigkeit messen. Dein Ziel ist es, möglichst viele Follower zu gewinnen, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Offensichtliche Lügen kosten Punkte!

Love-Storm

Referentin: Inger Witzenhausen

Themefeld: Hass im Netz; Schwerpunkt – Umgang

Don´t read the comments“ lautet ein verbreiteter Ratschlag. Vielleicht sind Dir auch schon mal auf YouTube oder Instagram abwertende Kommentare und Beschimpfungen aufgefallen. Die Umweltbewegung Fridays for Future und Greta Thunberg werden regelmäßig in den sozialen Medien mit negativen Kommentaren überhäuft. In unserem Live-Chat Rollenspiel stellt ihr eine typische Diskussion nach und könnt lernen und ausprobieren, wie ihr die Situation entspannen und die Angegriffenen unterstützen könnt.

Amadeu-Antonio-Stiftung

Referentin: Viet Hoangund eine weitere Kollegin

Themenfeld: Hass im Netz

„Hass im Netz – Wie umgehen mit Hate Speech?” Was können wir tun für eine demokratische Debattenkultur im Netz? Beleidigungen, Antisemitismus und Rassismus begegnen einem häufig im Internet. Manchmal weiß man nicht wie man damit umgehen soll und wird sprachlos.

In diesem Workshop setzen wir uns mit den Themen Hate Speech und Meinungsfreiheit auseinander. Wo fängt Hate Speech an und wo hört die Meinungsfreiheit auf? Durch die gemeinsame Klärung dieser Fragen erarbeiten wir Handlungsmöglichkeiten zum Umgang mit Hass im Netz. In Übungen werden wir konkrete Schritte gegen Hate Speech ausprobieren, die beim Umgang mit dem Problem helfen können.

 

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MyGatekeeper

Referent: David Salim

Themenfeld: Positive Social-Media-Kampagnen und Instrumente zur Partizipation im Internet

Wir möchten uns in diesem Workshop gemeinsam Schüler/innen ansehen, die über soziale Medien Kampagnen angestoßen haben, die unsere Welt positiv verändert haben. Welche Tools und Tricks wurden dafür eingesetzt? Wie haben Sie die Inhalte gestaltet, um möglichst viele Menschen zu erreichen und warum ist es so, dass die Kampagnen mit der größten Reichweite oft von jungen Menschen ohne Budget kommen und nicht von großen Unternehmen oder Werbeprofis?

VR

VR-Bubbles

Referent/innen: Lilia Saenger und Henriette Schrader

Themenfeld: Toleranz durch interkulturelle Begegnungen in der virtuellen Realität

Was sind eigentlich Werte? Was sind meine Werte? Was sind unsere Werte? Und was hat das mit Virtual Reality zu tun?

Taucht mit dem Verein IKJA e.V. in eine völlig neue Welt ein, ganz nach dem Motto „Out of Your Bubble – Into VR“. Wir schaffen einen neuen Zugang zu interkulturellen und gesellschaftlichen Debatten und fördern so Austausch und Begegnung, um Schubladendenken und Diskriminierung entgegenzuwirken.

Wir sprengen jegliche herkömmliche Arten von Trainings, indem wir den gesellschaftlichen Diskurs durch eine digitale 360 Welt erlebbar machen!
Ihr interessiert euch für das Thema „Interkulturelle Begegnungen neu denken durch Digitalisierung” und wollt die Gesellschaft aktiv mitgestalten? Dann seid ihr bei uns genau richtig!

 

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Gaming for Good

Referent: Axel Ebers (Leibniz Universität Hannover)

Themenfeld: Gaming-Ansätze für mehr Zivilcourage bei Gewalt, Hass im Netz und Radikalisierung

Killerspiele, Sucht und Gewalt. Zu häufig denkt man beim Thema „Gaming“ an die Probleme. Dabei kann man mit Gaming-Ansätzen spielerisch neues Wissen und wertvolle Fähigkeiten vermitteln.

In diesem Workshop werden wir mit Gaming-Ansätzen trainieren, wie man sich in Gewaltsituationen, bei Hass im Netz oder Radikalisierung verhält. Danach werden wir gemeinsam Ideen für neue Gaming-Ansätze entwickeln.

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The Game of Truth

Referent: André Jachting

Themenfeld: Hass im Netz; Schwerpunkt: Verschwörungstheorien und Neue Rechte

Die rechtsextreme Szene im Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie zu verstehen ist nicht ganz einfach. Sie ist durchsetzt von Sarkasmus und Ironie und wird zunehmend nihilistischer. Die rechtsextreme Cyber-Szene hat eine eigene Sprache, besetzt nahezu alle sozialen Netzwerke und sie entwickelt sich extrem schnell weiter.

In diesem Workshop bekommt ihr einen spannend aufbereiteten Einblick in aktuelle Entwicklungen, medienpsychologische Erklärungen sowie Handlungsempfehlungen, um euch und euer Umfeld vor falschen Informationen und Hass im Netz zu schützen.

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RPG (Regionalbeauftragten für Prävention und Gesundheitsförderung) der NLSchB (Niedersächsische Landesschulbehörde)

Referent: Sarah Iken

Themenfeld: Hass im Netz; Schwerpunkt: Cybermobbing

Den Straftatbestand „(Cyber-)Mobbing“ gibt es im Strafgesetzbuch nicht. In dem workshop soll erarbeitet und aufgezeigt werden, welche Straftatbestände dennoch bei jeglichen Arten von Mobbinghandlungen in Frage kommen.

Aufhänger ist ein mehrminütiger Szenenzusammenschnitt eines aktuellen Spielfilmes: Nackt. Das Netzt vergisst nie. Der Film ist eine Produktion von SAT 1 und wurde vor kurzem erst im Fernsehen ausgestrahlt.

Podiumsdiskussion

Wie kann eine Schulkultur aussehen, die Verantwortung, Partizipationsbereitschaft und Medienkom-
petenz in den Mittelpunkt stellt und dabei von allen Beteiligten gleichberechtigt mitgestaltet wird?

Diese Podiumsdiskussion wird sich im Kern mit der bereits im Untertitel gestellten Leitfrage beschäftigten. Durch die Auswahl der Diskutant/innen haben wir versucht allen Personengruppen ein Stimme zu geben, die an der Entwicklung einer Schulkultur beteiligt sind.

Wenn Sie in der schulischen oder außerschulischen Bildung aktiv sind oder Kindern im schulfähigen Alter haben und verschiedene Perspektiven zu den Themen der Veranstaltung hören möchten oder das Gefühl haben, dass Sie einen wichtigen Beitrag leisten können, interessante Formate oder Beispiele kennen, wo eine solch zukunftsorientierte Schulkultur bereits praktiziert wird, dann sind Sie herzlich eingeladen sich gegen 14:15 Uhr im großen Saal des Freizeitheims Vahrenwald einzufinden.

Bitte melden Sie sich im Vorfeld unter der folgenden Adresse kurz an, damit wir genug Plätze zur Verfügung haben. Für Personen die spontan vorbeikommen können keine Sitzplätze garantiert werden.

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Dr. Inga Niehaus (Leiterin des Fachbereichs für Pol. Bildung, Europa und Internationales des NLQ)

Das niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) spielt eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der niedersächsischen Schulen. Sowohl durch die Erarbeitung von Lehr- und Lernmaterialien als auch durch die Fort- und Weiterbildung unserer Lehrkräfte und anderer Hilfestellungen, zur Sicherung der Bildungsqualität in Niedersachsen.

Frau Dr. Niehaus wird uns einen Einblick geben, wie Politische Bildung im Informationszeitalter an Schulen gefördert werden kann, warum in diesem Schuljahr das Thema Demokratiebildung einen besonderen Stellenwert hat und welche konkreten Hilfestellungen Ihr Fachbereich, auch das NLQ allgemein, für Schulen und Lehrkräfte in diesen Themenfeldern leisten kann.

 

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Andreas Hadaschik (Schulleiter der IGS Garbsen)

Die IGS Garbsen ist eine der größten Gesamtschulen in Niedersachsen und fällt immer wieder durch wunderbare Projekte auf, die nicht nur die fachliche Erfüllung der Lehrpläne in den Mittelpunkt stellen, sondern die auch die Mitgestaltung einer inklusiven Schulkultur durch die Schülerschaft und das Kollegium fördern. Digitalisierung ist wichtig aber nur ein Aspekt, wenn es um Zukunftsgestaltung geht. Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und Respekt müssen in der Medienbildung mitgedacht werden. Technik ohne Ethik ist ein Rückschritt und kein Fortschritt!

Herr Hadaschik ist mit vielen Schulen und Schulleitungen in Niedersachsen gut vernetzt, in vielen Gremien engagiert und offen für innovative Bildungskonzepte. Er wird uns einen praxisnahen und ungefilterten Einblick geben können, was eine gute Schulkultur ausmacht, welche Voraussetzungen dafür gegeben sein sollten und welche Hilfestellungen Schulen nutzen können.

 

 

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Dana Braun (Schülerin des 12. Jahrgangs einer Gesamtschule und JUUUPORT-Scout)

JUUUPORT ist eine Beratungsplattform, auf der sich Jugendliche gegenseitig helfen, wenn sie Probleme im und mit dem Internet haben. Ob Cybermobbing, Abzocke, Datensicherheit oder Technik – zu allen diesen Themen können auf JUUUPORT.de Fragen gestellt werden.

Die jugendlichen Berater*innen werden professionell für ihre eigenständige Tätigkeit ausgebildet und gestalten das Projekt JUUUPORT aktiv mit. Bei regelmäßigen Treffen tauschen sie sich über ihre Erfahrungen aus und bringen neue Ideen mit ein. Außerdem beteiligen sie sich an verschiedenen Aktionen und öffentlichen Auftritten auf Messen, Tagungen oder in der Presse.

 

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Daniel Seitz (Geschäftsführer von medialepfade.org und Mitinitiator des Bündnisses #unteilbar)

Daniel Seitz ist Gründer von mediale pfade, einer der Mitinitiatoren des #unteilbar-Bündnisses und wird, neben seiner Teilnahme an der Podiumsdiskussion, den Aktionstag mit einer Keynote eröffnen.

 Er brennt für eine freie, politisierte Gesellschaft, die ihre soziale Verantwortung wahrnimmt. Als Medienpädagoge ist er überzeugt, dass Medienbildung einen wichtigen gesellschaftlichen Anteil zu politischer Teilhabe, Selbstentfaltung und Kreativität leisten kann.

Daniel Seitz lebt in Berlin. Er ist Autor bei netzpolitik.org und Medienpädagogik Praxisblog, zentrale Themen sind Hacker*innen-Kultur, coding und making sowie Webvideo. Er wird uns einen interessanten Einblick geben können, wie außerschulische Partner Bildungsangebote gestalten können, die Medienkompetenz und Politische Bildung miteinander vereinen.

 

Demokratisch gestalten

Das Niedersächsische Kultusministerium begrüßt die Initiative von MyGateKeeper anlässlich des „World Kindness Days“ einen Aktionstag gegen Hass im Internet und für einen respektvollen Umgang miteinander durchzuführen. Herr Minister Grant Hendrik Tonne hat sehr gerne die Schirmherrschaft für diese Veranstaltung übernommen.

Die Stärkung der Demokratiebildung und die Förderung einer demokratischen Schulkultur, die auf Achtsamkeit, Respekt und Anerkennung von Vielfalt basiert, stellen ein grundlegendes bildungspolitisches Ziel dar. Mit der Initiative „Demokratisch gestalten – eine Initiative für Schulen in Niedersachsen“ lädt das Niedersächsische Kultusministerium alle an Schulentwicklung Beteiligten dazu ein, Kinder und Jugendliche in ihrem Engagement für Demokratie und Menschenrechte zu stärken sowie Teilhabe und Partizipation auszubauen. Ziel ist, gute Praxis in bereits bestehenden Strukturen zu stärken, neue Wege zu ermöglichen und in regionalen Netzwerken gemeinsam mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern inspirierende Ideen für eine demokratische und nachhaltige Schule zu entwickeln und umzusetzen.

Auch im Kontext von Prävention und Gesundheitsförderung in der Schule werden vielfältige Programme und Maßnahmen unterstützt, die die Verantwortungsübernahme und aktive Teilhabe von Schülerinnen und Schülern unterstützen und zur Erweiterung von Medienkompetenzen beitragen. Besonderes Augenmerk wird auf die Förderung von Zivilcourage und wertschätzenden Umgang mit Diversität gelegt. Das vom Niedersächsischen Kultusministerium unterstützte Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – aber auch das BuddY-Programm „Mach mit! Verantwortung lernen!“ – verfolgen diese Zielsetzungen.

Tonne