Denkt groß: Wie Schüler:innen das MAX gemeinsam weiterentwickeln
Vom 9. bis 11. September entwickelten Schüler:innen am MAX eigene Ideen für besseres Lernen, mehr Wohlbefinden und echte Mitgestaltung. Der Rückblick zeigt den Weg von der ersten Beobachtung bis zur Auswertung und warum die eigentliche Arbeit nach dem Hackathon weitergeht.
Drei Tage Schulhackathon am Max-Windmüller-Gymnasium Emden
Wie soll eine Schule aussehen, in der Schüler:innen gut lernen, sich wohlfühlen und Verantwortung übernehmen können? Diese Frage lässt sich nicht allein in Konferenzen, Gremien oder Konzeptpapieren beantworten. Sie muss auch denjenigen gestellt werden, die Schule jeden Tag erleben.
Der Hackathon begann nicht erst im September. Am 23. April 2026 durchlief das Kollegium bei einem SchiLf-Tag selbst einen kompakten Mini-Hackathon. In kleinen Gruppen wurden erste Perspektiven auf das Format, ein möglicher thematischer Rahmen sowie Rollen und nächste Schritte erarbeitet. Die Erfahrungen aus diesem Tag flossen in die Leitfrage und die weitere Konzeption ein.
In den folgenden Monaten konkretisierten Schulleitung, schulisches Orga-Team und MyGatekeeper gemeinsam die Themenfelder, die Gruppen- und Betreuungslogik, die Methoden, das Portal, die Ergebnissicherung, die Medienarbeit und die Nachbereitung. Der Hackathon wurde damit aus der Schule heraus vorbereitet und nicht als fertiges externes Format aufgesetzt.
Vom 9. bis 11. September 2026 wurde das Max-Windmüller-Gymnasium in Emden schließlich für drei Tage zu einem großen Entwicklungsraum. Schüler:innen aus den Jahrgängen 5 bis 12 untersuchten ihren Schulalltag, sammelten Perspektiven, entwickelten Ideen und bauten erste Prototypen. Schüler:innen des 13. Jahrgangs begleiteten den Prozess als Peer-Coaches. Parallel dokumentierte ein schuleigenes Redaktionsteam die Hackathon-Woche.
Die gemeinsame Leitfrage lautete:
Was braucht das MAX, damit du hier besser lernen, mitgestalten und dich wohlfühlen kannst?
Sie war bewusst weit gefasst. Die Schüler:innen sollten nicht nur kleine Verbesserungen sammeln, sondern groß denken: Was fehlt im Schulalltag? Welche Regeln sollten neu betrachtet werden? Welche Räume und Angebote braucht eine Schule, die Lernen, Gemeinschaft und Mitgestaltung ernst nimmt? Und was können Schüler:innen selbst dazu beitragen?
Hackathon im Interview
Tag 1: Offen denken. Gemeinsam gestalten.
Der erste Tag begann mit einem gemeinsamen Auftakt. Danach ging es nicht sofort darum, möglichst schnell eine fertige Idee zu präsentieren. Zunächst sollten die Gruppen genauer hinschauen: Welche Herausforderung wollen wir bearbeiten? Wen betrifft sie? Welche Erfahrungen und Perspektiven müssen wir einholen?
Die Schüler:innen beobachteten ihren Schulalltag, führten Gespräche, entwickelten Fragen und recherchierten. Einige Gruppen beschäftigten sich mit Lern- und Aufenthaltsräumen, andere mit Bewegung, Schulverpflegung, Nachhaltigkeit, Handyregeln, Gemeinschaft oder Beteiligungsmöglichkeiten. Der fünfte Jahrgang arbeitete parallel in einem altersgerechten Junior-Hackathon.
Diese erste Phase war entscheidend. Gute Beteiligung beginnt nicht mit einer vorgegebenen Antwort, sondern mit der Möglichkeit, ein Problem aus der eigenen Lebenswelt zu untersuchen. Die Schüler:innen waren deshalb nicht nur Ideengeber:innen. Sie wurden zu Forschenden in ihrer eigenen Schule.
Der erste Hackathon-Tag war vor allem eins: offen, energiegeladen und kreativ. Über den Tag hinweg suchten die Schüler aktiv den Austausch, stellten Fragen und holten sich Perspektiven aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen ein.
Dabei geht es nicht nur darum, was am Ende entsteht. Mindestens genauso wichtig ist das Wie: Probleme gemeinsam verstehen, Ideen entwickeln, Dinge ausprobieren und herausfinden, wie aus einer Idee tatsächlich etwas werden kann.
Schon am ersten Tag war zu spüren, wie viel Motivation, Interesse und Einsatz in den Gruppen steckt und wie viel möglich wird, wenn man miteinander statt nebeneinander arbeitet.
Tag 2: Ideen werden greifbar
Im Vergleich zum ersten Tag wurde die Arbeit spürbar fokussierter. Die Ideen wurden konkreter, weitergedacht und entwickelten sich zu überraschend starken Ansätzen mit viel Potenzial.
Dabei stand die Eigeninitiative der Schüler:innen im Vordergrund. Sie erklärten ihre Projekte und holten von möglichst vielen Quellen Feedback ein, um ihre Ideen weiterzuentwickeln und zu schärfen. Einige Schüler:innen gingen noch einen Schritt weiter und nahmen direkt Kontakt zu Unternehmen auf, die sie als potenzielle Partner für die Umsetzung ihrer Ideen sahen.
Besonders sichtbar wurde die Entwicklung bei den ersten Prototypen. Die Ideen der Schüler:innen wandelten sich von schriftlichen Notizen zu konkreten Modellen, die mit Karton, Skizzen und interaktiven Elementen umgesetzt und getestet wurden.
Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich Schulentwicklung aus der Perspektive junger Menschen aussehen kann. Der Entwurf für ein grünes Klassenzimmer verbindet Lernen, Aufenthaltsqualität und Nachhaltigkeit. Das Konzept einer bewegten Pause fragt danach, wie vorhandene Flächen und Angebote künftig besser genutzt werden können. Die geplante Schülerzeitung „Windsides“ könnte eine dauerhafte Öffentlichkeit für Themen aus der Schülerschaft schaffen. Das Projekt „Deine Stimme. Unsere Schule.“ schlägt verlässlichere Wege vor, über die Schüler:innen ihre Anliegen in schulische Entscheidungen einbringen können.
Unterstützt wurden die Gruppen von Lehrkräften, dem schulischen Orga-Team, MyGatekeeper und den Peer-Coaches des 13. Jahrgangs. Ihre Aufgabe bestand nicht darin, Lösungen vorzugeben. Sie halfen den Teams dabei, Fragen zu schärfen, Rückmeldungen einzuholen und aus einer ersten Idee einen nachvollziehbaren Vorschlag zu entwickeln.
Tag 3 - Was soll am Max weiterleben?
Am dritten Tag wurde aus vielen einzelnen Arbeitsprozessen ein gemeinsamer Abschluss. Ziel war es, die Projekte abzuschließen, verständlich zu dokumentieren und anderen zugänglich zu machen. Die Gruppen beschrieben ihre Herausforderung, hielten Erkenntnisse fest, zeigten ihre Lösung und formulierten mögliche nächste Schritte. Beim Gallery Walk konnten die Schüler:innen die Vielfalt der Ergebnisse entdecken, Rückmeldungen geben und miteinander ins Gespräch kommen.
Insgesamt entstanden 189 Projektseiten. Die Zahl zeigt die Breite des Prozesses. Wichtiger ist jedoch, was dahintersteht: Jede Seite macht eine Perspektive sichtbar. Sie dokumentiert, womit sich eine Gruppe auseinandergesetzt hat, welche Lösung sie vorschlägt und welche Unterstützung für die weitere Umsetzung benötigt wird.
Die digitale Ergebnissicherung war deshalb kein nachträglicher Zusatz. Sie war Teil des Beteiligungsprozesses. Ideen, die nur während einer Präsentation zu sehen sind, können schnell verloren gehen. Dokumentierte Ergebnisse lassen sich dagegen auswerten, bündeln, vergleichen und in die weitere Schulentwicklung übertragen.
Mit der Präsentation ist also noch nicht Schluss: Jetzt entscheidet sich, welche Ideen weiterverfolgt und tatsächlich umgesetzt werden können.
Das schulinterne Redaktionsteam
Den Prozess aus Schüler:innenperspektive erzählen
Parallel zu den Projektgruppen begleitete ein schulinternes Redaktionsteam die drei Tage. Angeleitet von Becks Nacke (Grafikdesigner bei MyGatekeeper gUG) führten die Schüler:innen Interviews, hielten Arbeitsphasen und Stimmungen fest und berichteten aus ihrer Perspektive über den Verlauf des Hackathons. Sie dokumentierten damit nicht nur Ergebnisse, sondern auch den Weg dorthin: offene Fragen, Veränderungen an den Ideen, Zusammenarbeit und Erfahrungen aus den Gruppen.
Während des Hackathons hat das Redaktionsteam Interviews geführt. Wenn du dir den Original Beitrag auf Instagram anschauen willst, dann klick einfach auf den Rosa Button unter dem jeweiligen Bild.
Drei Tage Hackathon am Max - was ist da los? Unser Redaktionsteam erklärt, was in dieser Zeit eigentlich passiert und wie der Hackathon abläuft.
Jede Menge neue Ideen für das Max gab es während des Hackathon - unser Redaktionsteam hat ein paar davon eingefangen.
Kleiner Recap zum Hackathon - Interviews mit Lehrerinnen und Lehren während der Arbeitsphase.
„Mitbestimmung braucht Verbindlichkeit“
Das Redaktionsteam erbrachte aber nicht nur visuelle Ergebnisse in Form von Bildern oder Social-Media Posts, sondern auch einen Artikel, welcher die Relevanz projektbasierten Lernens und der Durchführung solcher Projekttage unterstreicht.
Autor: Niklas Eilers / Mitglied des Redaktionsteams
»Gu-ten Mor-gen Frau Lehr-er-in!« So oder so ähnlich startet wohl jede Unterrichtsstunde in Deutschland. Dann Hausaufgabenkontrolle. Und im Anschluss: Buch, Seite 64 Nummer eins bis drei.
Selbstverständlich ist das ein zynisches, wenn auch nicht selten zutreffendes – anekdotisches – Beispiel, eine sarkastische Einführung, die man als Unsinn abtun könnte. Doch sicher ist: Deutschlands Schulen bilden die Schülerinnen und Schüler nicht in einem solch ausreichenden Maße aus, das die abermals verheerenden PISA-Ergebnisse verhindert hätte. Jedem dritten Jugendlichen fehlt es demzufolge an grundlegenden Kompetenzen in den Bereichen Lesen und Mathematik. Jedem vierten in den Naturwissenschaften.
Ursächlich dafür ist jedoch gerade nicht in erster Linie die Unterrichtsgestaltung der Lehrkräfte, die glücklicherweise gerade an unserer Schule mit großem Engagement für Verbesserung zu sorgen suchen. Der Einstieg soll vielmehr zeigen: es liegt am System. Deutschlands Schulsystem ist veraltet, eingerostet, in die Jahre gekommen, schlicht nicht mehr zeitgemäß. Während es also im Alltag vieler Schülerinnen und Schüler nur um Leistung und das heißhungrige Warten auf die nächste Pause geht, sollte genau diese Tristesse in den Projekttagen rund um den „Hackathon“ hier am MAX aufgewirbelt werden.
Unter der Leitfrage „Was braucht das MAX, damit du hier besser lernen, mitgestalten und dich wohlfühlen kannst“ entwickelten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge fünf bis zwölf die kreativsten Projektideen für unsere Schule. Von einer Schülerzeitung über neue Raum- und Begrünungskonzepte bis hin zu einer Rutsche vom 1. Stock zum Schulhof war alles dabei. Und was ein Anruf bei Mc Donald’s damit zu tun hat, dazu später mehr. Während der 5. Jahrgang in erster Linie im Rahmen der Klassengemeinschaft arbeitete, fanden sich in den anderen Räumen Gruppen von Schüler*innen aller Jahrgänge – die Kleinsten arbeiteten direkt neben den Größten. Der Abiturjahrgang unterstützte hierbei bei Fragen und Problemen rund um die Projektentwicklung.
Insgesamt sorgten die mitunter auch vielfach kritisierten Freiheiten des Hackathons zunächst für Überforderung. Die Idee: Der 13. Jahrgang und die Lehrkräfte sollten coachend helfen, statt für Probleme direkt Lösungen vorzuschlagen, die Gruppen mit gezielten Fragen zu einer möglichen Lösung begleiten. Die Schülerinnen und Schüler waren dabei sehr viel stärker auf sich allein gestellt als üblich. Um sich Feedback einzuholen, tummelten sich so etliche Gruppen auf den Fluren, befragten Mitschülerinnen und präsentierten den Lehrkräften stolz erste Ideen. Dabei schien das Alter keine Rolle mehr zu spielen, doch manch einer schien sogar zum geborenen Erzieher zu avancieren. Wenn also 6. Klässlerinnen den Mut aufbringen, die Oberstufe nach Feedback oder Unterstützung auf diesen Fluren zu fragen und wenn jahrgangsübergreifend das Gefühl zu entstehen scheint, dass man eine richtige Schulgemeinschaft; Zusammenhalt, Austausch und ein Miteinander erlebt, dann ist es vielleicht sogar allein die Methodik, das WIE, das die vergangenen Projekttage wertvoll gemacht hat. Es war nämlich, als würde man die Schule, das Gebäude und die Menschen in ihm neu oder erst so richtig kennen- und wertzuschätzen lernen. Und allein das ist doch wohltuend: Keine Spaltung, sondern ein aus der eigenen Komfortzone Kommen, nach vereinzelter Verächtlichmachung eine Atmosphäre der Selbstverwirklichung. Obgleich dieses sich der „Filterblase“ Entziehen (auch abseits der digitalen Welt), nicht ohne Auseinandersetzung und Konflikt auskommt – gerade dieser Rahmen ermöglicht es doch, weitere Probleme zu adressieren. Und so entsteht eine Kultur des Ausprobierens, die weit von dem üblichen Schulalltag entfernt liegt. Sicher mag nicht alles zielführend und das meiste in Bezug auf die PISA-Studie überhaupt keinen Einfluss haben. Aber dieses Suchen nach neuen, eventuell moderneren Lernmethoden und Möglichkeiten, Schule zu gestalten und zu leben, kann durchaus als wichtiger Schritt in die richtige Richtung angesehen werden.
Während die Freiheiten also zu anfänglichem Chaos führten, wandelte sich dies am zweiten Tag, sodass am Ende eine positive Perspektive bleibt. Denn es lohnt sich nichtsdestoweniger auch der Blick auf das WAS:
Eine Gruppe aus dem 7. Jahrgang machte sich auf die Suche nach Sponsoren für ihre Idee einer Schülerzeitung. Im Rahmen einer AG sollen die wichtigsten und spannendsten Ereignisse der jeweils vergangenen Wochen aufbereitet und jeden zweiten Monat als Zeitung veröffentlicht werden. Dafür telefonierte man mit diversen Unternehmen aus der Region und bat auch die Emder Zeitung um Rat.
Als Problem identifiziert wurde des Weiteren die aktuelle Toilettensituation. Vandalismus, eine zum Teil überbordende Aufenthaltsdauer oder Streit, um nur einige zu nennen. Doch wie könnte man das lösen? In der Vergangenheit haben wir dazu schon etliche Ansätze miterleben müssen. Vielversprechend erscheint im Rahmen der Projekttage nun der Blick auf andere Schulen: Mit einem Chip muss man sich zur Öffnung der Toilettentüren „ausweisen“. Durch kontinuierliche Kontrollen kann dann einfacher eingegrenzt werden, von wem etwaige Schäden verursacht wurden. So soll der Vandalismus stark rückläufig und die Toiletten für alle Schülerinnen und Schüler zu einem angenehmeren Ort werden, den es nicht zu meiden gilt. Auf jeden Fall eine sehr spannende Idee, mit der man sich durchaus beschäftigen könnte.
Herauszuheben ist weiterhin das Projekt einer stärkeren Begrünung des Schulhofes. Dafür telefonierte eine andere Gruppe ebenfalls mit regionalen Unternehmen vor Ort – die Chefin von Mc Donald‘s soll Geld für Blumensaat zugesichert haben, sollte das Projekt vor der Umsetzung stehen.
Zuletzt sind es auch die Ideen, die im Verlaufe der Tage wieder verworfen wurden, die den Prozess der Projektentwicklung illustrieren: Nach jeder Stunde Feedback für jeden Schülerin, um sich verbessern zu können oder der Gedanke, Geschlechterungleichheiten stärker mitzudenken, schienen entweder wenig realistisch oder scheiterten an darauf aufbauenden konkreten Ideen. Genauso wie eine Rutsche vom Schuldach zur Sporthalle, um Sportlehrkräften wie Frau Termöhlen den alltäglichen Weg zur Halle zu ersparen – dieses Projekt wurde zugunsten der Idee einer Rutsche diesmal vom 1. Stock auf den Schulhof nicht weiterverfolgt.
Es geht um mehr Demokratie und Partizipation, die Etablierung neuer Lernmethoden, das Bauen eines Schulgartens und wie so oft – die Handyregelung. Abschließend aber vor allem darum, in die Umsetzung zu kommen. Jetzt gilt es, das Positive zu fördern und das Negative ins Positive umzukehren. Will sagen: Nicht durch Hervorheben und Wiederholen Probleme lediglich schildern und dadurch erhöhen, sondern den einen anstrengenden Schritt weiterzugehen und sich zu wagen, konkret zu gestalten. Was bleibt ist: Es mangelt wie immer an Geld. Doch die abermals desaströsen Ergebnisse der PISA-Studie zeigen: Es braucht Veränderung. »Diese Veränderungsprozesse sind kein Sprint, die sind immer ein Marathon«, schildert Herr Held dazu. In der Hoffnung, dass aus Mitbestimmung nun Verpflichtungen erfolgen, beenden wir den Rückblick auf die vergangenen Projekttage, die trotz gespaltener Meinungen, zumindest neue Möglichkeiten, Inspiration und Denkanstöße aufgezeigt haben dürften.
Was aus 189 Projekten werden kann
Die Ergebnisse reichen von ersten Visionen bis zu bereits verbindlich vereinbarten nächsten Schritten. Bei der individuellen Gestaltung und dem Streichen von Klassen- und Fachräumen liegen erste feste Absprachen mit Fachlehrkräften vor. Andere Vorhaben – darunter die geplante Schülerzeitung „Windsides“ – befinden sich noch in der Konzeptions- oder Abstimmungsphase.
Nicht jede Idee lässt sich sofort umsetzen. Manche Vorschläge benötigen wenig Geld und können vergleichsweise schnell erprobt werden. Andere brauchen Zuständigkeiten, Partner oder eine längere Planung. Größere Vorhaben berühren Fragen der Infrastruktur, Finanzierung oder schulischen Organisation.
Für die Nachbereitung werden die Ergebnisse deshalb in drei Ebenen betrachtet
Quick Wins:
Kurzfristig sichtbare Verbesserungen, die mit überschaubarem Aufwand möglich sind.
Pilotprojekte:
Ideen, die zunächst in einem begrenzten Rahmen erprobt und gemeinsam ausgewertet werden.
Schulentwicklungs- und Infrastrukturthemen:
Vorhaben, die eine längerfristige Planung, zusätzliche Partner oder Entscheidungen des Schulträgers benötigen.
Dabei sollen keine neuen Parallelstrukturen entstehen. Bestehende schulische Gremien und Arbeitszusammenhänge (zum Beispiel Schüler:innenvertretung, Klimarat, Arbeitsgemeinschaften, Förderverein, Schulsozialarbeit und Schulleitung) können ausgewählte Vorhaben aufnehmen und weiterentwickeln. Der Gallery Walk war daher nicht das Ende des Hackathons. Er markierte den Übergang von der Ideenphase in einen realistischen Entwicklungsprozess.
Im nächsten Schritt werden die Projekte gemeinsam mit dem MAX gebündelt und priorisiert. Dabei geht es nicht darum, 189 Einzelprojekte gleichzeitig weiterzuführen. Ziel ist ein überschaubares Portfolio aus kurzfristigen Verbesserungen, geeigneten Pilotvorhaben und längerfristigen Entwicklungsthemen. Ebenso wichtig ist die Rückmeldung an die Schüler:innen: Welche Ideen werden weiterverfolgt? Wer übernimmt Verantwortung? Welche Vorschläge benötigen noch Klärung? Und wo gibt es nachvollziehbare Gründe, warum eine Umsetzung zunächst nicht möglich ist?
Beteiligung bleibt nur dann glaubwürdig, wenn sichtbar wird, was aus den Ergebnissen entsteht. Genau deshalb gehört die Nachbereitung zum Konzept des Hackathons – nicht als freiwilliger Zusatz, sondern als entscheidende nächste Phase.
Danke an alle Beteiligten
Ein schulweiter Hackathon dieser Größe gelingt nur durch gemeinsame Vorbereitung und viele unterschiedliche Rollen. Unser Dank gilt den Schüler:innen, den Peer-Coaches, den Lehrkräften, der Schulleitung, dem schulischen Orga-Team und allen weiteren Beteiligten, die Räume geöffnet, Gruppen begleitet, Technik ermöglicht, Material organisiert und Ergebnisse gesichert haben.
Besonders danken wir dem schulinternen Redaktionsteam. Mit Interviews, Beobachtungen und eigener Berichterstattung hat es den Hackathon aus der Perspektive der Schüler:innen dokumentiert und damit einen wesentlichen Teil der gemeinsamen Erinnerung und Nachbereitung geschaffen.
MyGatekeeper hat den Prozess gemeinsam mit dem MAX methodisch, organisatorisch, medial und technisch vorbereitet und begleitet. Unser gemeinsames Ziel war es, einen verlässlichen Rahmen zu schaffen, in dem Schüler:innen groß denken, Verantwortung übernehmen und ihre Schule konkret mitgestalten können.
Sie möchten Beteiligung an Ihrer Schule mit Schulentwicklung verbinden?
Wir unterstützen Schulen dabei, Hackathons und andere Beteiligungsformate so zu planen, dass aus Ideen nachvollziehbare Ergebnisse und realistische nächste Schritte entstehen.